Der Primarüberschuss oder was die Griechen wollten

Nun sieht es so aus, als ob ob die griechische Regierung in ihren Game of Chicken mit dem Rest der Eurozone, angeführt von der Bundesregierung, doch als erste ausgewichen und ist nun bereit alle Forderungen der Gläubiger zu erfüllen.

Nun wird es Zeit zu rekapitulieren worum es in dem Streit wirklich ging, denn sowohl die Griechen als auch ihre Gegner haben alles getan um das zu verschleiern, möglicherweise haben sie es nicht einmal selbst immer vor Augen gehabt.

Das Zauberwort in diesem Zusammenhang heißt Primärüberschuss, was nichts anderes ist, als der Teil der Staatseinnahmen, die der Staat für seinen Schuldendienst aufwendet, und die somit für andere Zwecke, wie z.B. Investitionen oder Sozialausgaben fehlen. Die Kreditgeber Griechenlands haben darauf bestanden, dass die griechische Regierung in 2015 einen Primärüberschuss von 3% des BIP erwirtschaftet, und ab 2016 von 4,5%. Andernfalls würden sie den Kredithahn zudrehen, und die Kredite braucht Griechenland, weil selbst ein so großer Überschuss nicht ausreicht um den gesamten Schuldendienst zu stemmen, insbesondere weil 2015 große Teile der IMF und EZB-Kredite getilgt werden.

Die griechische Regierung hat dagegen argumentiert, dass ein so großer Überschuss der ohnehin schon depressiven griechischen Wirtschaft endgültig garaus machen würde und hat 1,5% angeboten.

Das Ergebnis steht im Statement der Euro-Gruppe wie folgt:

The Greek authorities have also committed to ensure the appropriate primary fiscal surpluses or financing proceeds required to guarantee debt sustainability in line with the November 2012 Eurogroup statement. The institutions will, for the 2015 primary surplus target, take the economic circumstances in 2015 into account.

D.h. möglicherweise werden die „Institutionen“, früher als Troika bezeichnet, doch Milde walten lassen, ist aber unwahrscheinlich. Bin gespannt wie die griechische Regierung das zu Hause erklären wird.

Advertisements

Eine Antwort zu “Der Primarüberschuss oder was die Griechen wollten

  1. Pingback: Griechen und ihre Kreditoren oder wer zahlt wem wieviel | Saldenmechanik

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s