Billion Prices

Heute geht es wieder um das Thema Inflationsmessung. Diese Woche habe ich mir nämlich endlich einen sehr interessanten Projekt aus den USA genauer angesehen – das Billion Prices Project. Und was soll ich sagen – ich bin mächtig beeindruckt.

Das Projekt nutzt die Tatsache aus, dass ein Großteil der Waren und Dienstleistungen mittlerweile über das Internet angeboten wird, um den Prozess der Preiserhebung, die von den amtlichen Statistikern noch überwiegend manuell, und dementsprechend sehr aufwändig, vorgenommen wird, weitgehend zu automatisieren. Hierzu werden, vereinfacht gesagt, die Daten der einzelnen Artikel von einem speziellen Computerprogramm von den Internetseiten der Anbieter abgerufen und die aktuellen Preise ausgelesen. Diese Technik nennt man Web-Scraping.

Auf diese Weise wird es möglich die Preiserhebung und die Auswertung täglich (oder sogar noch öfter) vorzunehmen, während die amtliche Statistik das nur monatlich tut, und das viel günstiger. Die Kehrseite der Medaille ist sicherlich, dass ein Teil der Waren, die nicht online verkauft werden, aus der Erhebung herausfällt. Leider gibt es keine öffentlich zugänglichen Daten für Deutschland (die muss man sich kaufen), aber für die USA kommt folgendes raus (Stand 06.07.2014, Blau – der US-Verbraucherpreisindex, Orange – der Billion Prices Index):

BillionPrices

Die Verschwörungstheoretiker dürften enttäuscht sein – beide Indexe verlaufen ziemlich nah beieinander.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s