Bitcoin – Glossar(4)

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Blockchain

Die Blockchain ist die riesengroße Bytefolge (im Moment ca. 15 Gigabyte), die alle gültigen Transaktionsblöcke enthält. Die Blockchain wächst dementsprechend immer weiter, als immer mehr Blöcke dazukommen. Jeder Teilnehmer des Bitcoin-Netzwerks hat (zumindest in Theorie) eine Kopie der Blockchain vorzuhalten, um prüfen zu können, ob eine bestimmte Transaktion oder ein Block valide ist.

Wie kommen aber die Blöcke in die Blockchain hinein? Das Verfahren sieht (sehr stark vereinfacht) so aus: Die Blockchain ist wie eine Kette (deshalb „chain“) organisiert, d.h. jeder enthaltene Block enthält außer den eigentlichen Daten noch einen Verweis auf einen Vorgänger. Wenn nun ein Miner einen neuen Block bildet und verifiziert, schreibt er in den Block den Verweis auf den zum fraglichen Zeitpunkt letzten Block in der Kette. Anschließend verschickt er den Block an die anderen Teilnehmer des Bitcoin-Netzwerks. Wenn der letzte Block immer noch der gleiche ist (also kein anderer Miner schneller war), nehmen die anderen Teilnehmer den neuen Block als letzten in die Kette auf, somit wird dieser offiziell zum Bestandteil der Chain und die in ihm enthaltenen Transaktionen sind ab diesem Zeitpunkt gültig. Bei jeder Bitcoin-Transaktion sollten die Empfänger deshalb warten, bis die Transaktion auf diese Weise in die Chain reingeht, bevor sie ihrerseits die vereinbarte Leistung erbringen (beispielsweise eine Ware liefern).

Die obige Beschreibung lässt im Übrigen, um die Sache nicht zu sehr zu verkomplizieren, einige sehr wichtige Details aus, die gerade die Schlüssel-Innovation des Bitcoin-Systems bilden – und zwar nach welchen Regeln sich die im Internet verteilten Teilnehmer des Bitcoin-Netzwerks auf einen gemeinsamen Stand der Chain „einigen“.

Bitcoin-Wallet

Ein Wallet ist eine Bytefolge, in der ein Teilnehmer des Bitcoin-Netzwerks die ihm gehörenden Adressen (insbesondere deren Geheimschlüssel) speichert. Auf den Wallet muss man deshalb sehr gut aufpassen, denn wenn jemand auf ihn unbefugt Zugriff bekommt und dadurch die Geheimschlüssel erfährt, kann derjenige die Bitcons des Teilnehmers spenden. Zur Erinnerung: die Kenntnis die Geheimschlüssel ist die notwendige und hinreichende Voraussetzung um die zu den Adressen gehörende Transaktionsausgaben entwerten zu können.

Grundsätzlich ist die Struktur eines Wallets vom Bitcoin-Protocol nicht vorgeschrieben, sondern wird von jedem Bitcoin-Client selbst festgelegt. Im Extremfall kann man ganz ohne Wallet auskommen und die Geheimschlüssel stattdessen auf einem Blatt Papier ausdrucken und bei jeder Transaktion manuell eintippen. Ein solches Blatt Papier wird als Cold-Wallet bezeichnet, im Gegensatz zu einem konventionellen (Hot-)Wallet, das als eine Datei auf einem Speichermedium exisitiert. Ein Cold-Wallet ist offensichtlich sicherer aber auch unkomfortabler.

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3 Antworten zu “Bitcoin – Glossar(4)

  1. Pingback: Bitcoin – Glossar(3) | Saldenmechanik

  2. Hübsch, ich hoffe, der Glossar wird noch weiter fortgesetzt. Der Buchstabe B ist beim Bitcoin-Glossar die Hölle :=)
    Habe mich daran auch versucht, wenn auch viel weniger ausführlich als du hier http://bitcoinblog.de/2014/04/02/der-bitcoin-glossar-a-b/

  3. Sehr ausführlich und verständlich erklärt, gefällt mir gut! 🙂

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